Inflation ist immer etwas ungreifbar. Was heißt Inflation. Gemeinhin wird die Inflation immer als Drohszenario an die Wand geworfen. Defacto ist Inflation in einer gut funktionierenden WIrtschaft etwas völlig normales. Die Notenbanken versuchen mit ihrer Zinspolitik eine bestimmte Marke anzupeilen. Ich werde am Ende nochmal darauf zurückkommen.


Wie kommt Inflation (und Deflation) zu Stande?

Technisch gesehen bedeutet Inflation, dass es bei dem Preisniveau zu einer Teuerung kommt bzw. zu einer Minderung der Kaufkraft des Geldes. Sprich: Man bekommt weniger Waren für dasselbe Geld. Jetzt ist es so, dass verschiedene Produktkategorien und Dienstleistungen aus Sondergründen schwanken kann. Um das ganz zu messen, nimmt man bei der Untersucherung der Inflation eines Landes einen durchschnittlichen Warenkorb, um die veränderte Kaufkraft des durchschnittlichen Konsumenten zu bestimmen. Das statistische Bundesamt übernimmt hier die Berechnung in Deutschland. Wenn im Jahr 2020 dieser Warenkorb z.B. 202 Euro kostet und im Jahr 2019 200 Euro, wissen wir, dass die Inflation 1% beträgt. Genaueres zum Warenkorb findet man auf der Seite des Statistischen Bundesamts.

Wie kommt sie nun zu Stande? Nehmen wir an, jeder Deutsche findet morgens plötzlich, aufgrund eines Wunders 20.000 Euro unter seinem Bett. Was würde mit den Preise passieren? Die würden teurer. Denn jeder weiß von dem anderen, die Leute können mehr kaufen. Aber es ist ja nicht mehr an Produkten da als vorher. Also passen sich die Preise in etwa so an, dass alle wieder den gleichen Teil der Gesamtprodukte kaufen können wie vorher. Das Geld, das man vorher besaß, hat an Wert verloren. Hier hat sich die Geldmenge verändert.
Andere Variante: Nehmen wir an über Nacht halbiert sich die Zahl aller Produkte in Deutschland. Was passiert hier? Die Preise werden teurer. Es ist ja nicht weniger Geld da als vorher. Die Preise passen sich wieder so an, dass ich denselben Teil der Gesamtprodukte kaufen kann, wie vorher. Hier haben wir die Produktivkraft verändert.

Das heißt sinkt die Produktivkraft oder steigt die Geldmenge steigt der Preis. In der Regel steigen sowohl die Produktivkraft als auch die Geldmenge. Üblicherweise die Geldmenge mehr als die Produktivkraft. Das heißt letztlich, dass wir immer eine (leichte) Inflation haben. Das hat zum Teil etwas damit zu tun, dass nicht das gesamte Geld, dass in einem Jahr von der jeweiligen Notenbank ausgegeben wurde zur Steigerung der Produktivkraft führt. Manche Investitionen sind Fehlinvestitionen.


Was heißt das für angelegtes Geld?

Das heißt, dass unter der Matratze oder auf dem Bankkonto liegendes Geld an Kaufkraft einbüßt. In diesem Jahr kann ich den Warenkorb vielleicht noch kaufen, im nächsten Jahr plötzlich nicht mehr. Das Blöde: Auch hier gilt der Zinseszins-Effekt … eben im negativen Sinne. Bei einer Inflation von 2% über 45 Jahre verliert das Geld ~60% seines Werts. Und das ist genau das Niveau, dass die Europäische Zentralbank mit ihrer Zinspolitik derzeit (2019) anstrebt. Derzeit liegt die Inflation bei circa 1,5%.

Das heißt aber auch folgendes: Die Nettorendite unsere angelegten Vermögens muss mindestens auf dem Inflationsniveau liegen, um überhaupt den Wert des angelegten Geldes zu erhalten.


Inflationsraten für Deutschland seit 1991

Verbraucherpreisindex (inkl. Veränderungsraten Deutschland, Jahre)

 Verbraucherpreisindex
2015=100
Veränderung zum Vorjahr in (%)
199165,5.
199268,85,0
199371,94,5
199473,82,6
199575,11,8
199676,11,3
199777,62,0
199878,30,9
199978,80,6
200079,91,4
200181,52,0
200282,61,3
200383,51,1
200484,91,7
200586,21,5
200687,61,6
200789,62,3
200891,92,6
200992,20,3
201093,21,1
201195,22,1
201297,12,0
201398,51,4
201499,51,0
2015100,00,5
2016100,50,5
2017102,01,5
2018103,81,8
2019105,3+1,4
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