Der Cost-Average-Effekt ist ein Effekt, der sich vor allem bei
Fonds-, ETF- und Aktien-Sparplänen bemerkbar macht und der zur Sicherheit – mindestens zur psychologischen – bei der Geldanlage beiträgt. Stichwort Volatilität. Wenn der Wert einer dieser Anlagen sehr schwankt, kann es bei der Einmalanlage passieren, dass man einen in dem Zeitraum überdurchschnittlichen Preis zahlt. Man weiß schließlich nicht, wie sich der Kurs kurzfristig entwickeln wird. Da kann es sehr leicht passieren, dass man einen relativ hohen Preis zahlt.

Nehmen wir an, wir richten einen ETF- Sparplan ein, bei dem wir am 1. jedes Monats 100 Euro einzahlen. Nehmen wir zusätzlich an, der ETF schwankt zwischen 100 und 200 Euro innerhalb dieses Jahres. Wenn wir jetzt die ganzen 1200 Euro, die wir insgesamt in einem Jahr zahlen, auf einmal anlegen würden, könnte es also sein, dass wir zu 100 Euro kaufen und insgesamt 12 Anteile erwerben. Erwischen wir aber die 200 Euro, erhalten wir nur 6 Anteile.
Schauen wir uns das jetzt beim Sparplan an. in der hälfte der Monate erwischen wir 100 Euro und in der anderen Hälfte 200 Euro. D.h. der durchschnittliche Preis zum Kaufzeitpunkt ist 150 Euro. 12 * 100 /150 wären 8 Anteile. Das stimmt aber nicht. Wir kaufen für 100 Euro 6 Anteile und 6 mal für 200 Euro insgesamt 3 Anteile – insgesamt 9. Da wir nicht jedes mal 1 Anteil kaufen, sondern immer 100 Euro investieren, kaufen wir automatisch mehr Anteile, wenn der Preis günstiger ist – nämlich einen Anteil für 100 Euro. Wenn er teurer ist, kaufen wir weniger, nämlichen einen halben Anteil für 100 Euro.

Da wir neun Anteile für 1200 gekauft haben, liegt unser mittlerer Preis pro Anteil unter dem Durchschnittspreis von 150 Euro bei 133,33 Euro. Wir haben also durch unseren Sparplan unter dem Durchschnittspreis gekauft, weil wir nicht zu jedem Zeitpunkt z.B. einen Anteil gekauft haben, egal wie teuer er ist, sondern weil wir mehr gekauft haben, wenn sie günstiger waren, da wir ja immer nur 100 Euro gezahlt haben. Die Macht des Sparplans 🙂

Noch eine Einschränkung: Dass dieser mittleren Kosten eines Anteils unter dem Durchschnittspreis liegt,hat im Wesentlichen damit zu tun, dass die Volatilität in dem Beispiel sehr hoch war und der Durchschnittskurs nicht gestiegen ist, sondern sich konstant in einem Rahmen bewegte. Da Kurse langfristig eigentlich immer steigen, was ja der Grund für das Investment ist, ist in der Regel eine Einmalanlage besser. Aber da man normalerweise nach und nach über sein Gehalt investieren muss, kann der Cost Average Effekt gerade beim Einstieg helfen, insbesondere bei einem volatilen Markt und auch innerhalb eines Börsencrashes. Den Cost-Average-Effekt kann man nicht als langfristige Anlagestrategie nutzen, aber er hilft in einem kurzfristigen zeitlichen Rahmen einen ungünstigen Eintrittszeitpunkt zu verhindern.


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