Es gibt im Wesentlichen vier Rahmen der staatlich geförderten Altersvorsorge, abseits der gesetzlichen Rentenversicherung:

Es gibt zudem 2 Formen, die die Verträge in der Regel annehmen:

Die wesentlichen Effekte, aufgrund derer die geförderte private Altersvorsorge überhaupt attraktiv ist, sind:

Der Grund warum die Zulagen der Riesterrente hier nicht aufgelistet sind, ist im Wesentlichen, dass es sich nur bei Kindern oder sehr geringen Einkommen vom Steuerstundungseffekt unterscheidet. Dazu mehr in dem Beitrag zur Riester-Rente.

Da der Zinseszins-Effekt bei allen Kapitalanlagen wirkt, ist das Alleinstellungsmerkel der erweiterte Steuerstundungseffekt. Denn nicht nur auf die Renditen werden erst bei der Auszahlung Steuern fällig, auch die Einkommensteuer auf den Beitrag wird erst im Nachhinein erhoben. Je länger die Anlagedauer und je höher die jährliche Rendite ist, desto geringer fällt der Beitragsteil im Verhältnis zum Gewinnteil aus. Damit sinkt der Vorteil der nachgelagerten Besteuerung auf den Beitragsteil.


Beispiel: Geförderter vs Ungeförderter Vertrag

Peter verdient 1500 Euro netto jeden Monat und überlegt sich 75 für die Altersvorsorge zurückzulegen. Sein Grenzsteuersatz ist 25%. Vereinfacht gesehen musste er also 100 Euro brutto verdienen, um diese 75 Euro netto rauszubekommen. Er hat die Wahl zwischen einem ungeförderten Vertrag und einem geförderten Vertrag mit 3% Rendite. Er möchte für 10 Jahre anlegen.

Wenn er nun diese 75 Euro in einen staatlich geförderten Vertrag einzahlt, erhält er 25 über die Steuerklärung zurück. Aus seiner Sicht büßt er nur 50 Euro an Kaufkraft ein. Er hat 75 gezahlt und 25 Euro zurückbekommen. Man kann es auch so sehen: Er gibt 50 Euro aus, und legt 75 Euro an. Nach zehn Jahren hat Peter 10.500 angespart. Er lässt sich davon jeden Monat 100 Euro auszahlen und zahlt 10 % Einkommensteuer, weil er insgesamt nur ein geringes Einkommen hat. Er erhält netto also 90 Euro über 105 Monate bzw. insgesamt 9450 Euro

Entscheidet sich Peter für den ungeförderten Vertrag kann er nur 50 Euro einzahlen weil er nur 50 Euro jeden Monat entbehren kann und keine Steuerrückerstattung erhält. Nach zehn Jahren hat er nur 7000 Euro angespart. Er hat insgesamt 6000 seines versteuerten Einkommens einbezahlt. Er muss also nur für die 1000 Euro an Zinsen Einkommenssteuer zahlen. Peter lässt sich wieder jeden Monat hundert Euro auszahlen. Da er zu 6/7 des Vermögens schon Steuern bezahlt hat, muss er nur zu 1/7 die 10% Steuer zahlen. Das sind ~1,4%. Er Erhält also 98,6 Euro für 70 Monate, also insgesamt 6.902 Euro.

In beiden Fällen würde Peter jeden Monat auf 50 Euro verzichten. Es wäre sehr unvorteilhaft, wenn er Szenario B wählen würde. in obigen Beispiel spielt der Zineszinseffekt sowie die Besteuerung eine große Rolle. Ich zahle zwar in Szenario A deutlich mehr Steuern in der Bezugsphase, aber dass ich das Geld zuvor Zinsen erwirtschaften lassen konnte überkompensiert diese höheren Steuern bei Weitem.

Aus diesem Grund ist es so wichtig sich mit diesen Effekten auseinanderzusetzen, um beurteilen zu können, wie man sich für das Alter absichern sollte. Denn auch wenn dieses Szenario die Situation stark vereinfacht und beispielsweise die Verrentung und die erwartete Lebensdauer von Peter außer Acht lässt, sind sie gut, um die Vermögenseffekte zu illustrieren, die eine Rolle spielen.


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