Die Politik hat seit der Einführung der Riester-Rente immer wieder die Riester-Rente als private Säule bei der Schließung der Rentenlücke genannt. Geeignet war diese dafür nie. Das hat mehrere Gründe. Gleichzeitig kursieren immer viele Annahmen. Meistens wird damit geworben, dass man Steuern sparen und die Zulage einstreichen kann. Tatsächlich ist das in der Gesamtrechnung falsch. Man spart entweder Steuern oder erhält die Zulage effektiv, niemals beides. Diese Steuern spart man aber auch nicht wirklich sondern man stundet sie. Ursprünglich war die Riester-Rente auch nicht vor der bedarfsorientierten Grundsicherung (“Hartz IV im Alter”) geschützt. Das hat der Gesetzgeber mittlerweile geändert.

Folgende Punkte sind für die Riester-Rente grundsätzlich relevant

  • Die Förderberechtigung
  • Die staatlichen Zulagen oder die Steuerrückerstattung in der Ansparphase
  • Die Rentenphase
  • Die Beitragsgarantie

Vertragsformen

Grundsätzlich kann die Riester-Rente zwei verschiedene Formen annehmen:


Förderberechtigung

Förderberechtigte Personen sind:

  • Alle die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. (Auch pflichtversicherte Selbstständige)
  • Eheleute, von denen einer umittelbar Anspruch auf die Förderung hat
  • Azubis, Erziehende und ALG-I/-II Empfänger
  • Beamte, Richter und Berufs- oder Zeitsoldaten haben auch Anspruch auf die Riesterförderung, obwohl sie nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichterversichert sind.

Staatliche Zulagen oder Steuerrückerstattung

Hier kommt jetzt der kompliziertere Teil. Insgesamt funktioniert die Riesterrente folgendermaßen: Man muss im Jahr mindestens 4% seine Buttoeinkommens aus dem Vorjahr abzüglich der maximalen Zulagen für die man berechtigt ist, einzahlen, um die volle Förderung zu erhalten. Gleichzeitig muss man mindestens 60 Euro einzahlen, um überhaupt die Förderung zu erhalten, auch wenn man nichts verdient. Maximal muss man inklusive der Zulagen 2100 € einzahlen. Also:

  • Die Gesamteinzahlung muss mindestens 4% des Vorjahresbruttoeinkommens sein
  • Der Eigenanteil muss mindestens 60 € betragen
  • Die Gesamteinzahlung muss maximal 2100 € betragen

Staatliche Zulagen

Folgende Zulagen sind möglich (Kinderzulage ist mehrmals möglich):

  • Jede förderberechtigte Person erhält einmal 175 € Grundzulage.
  • Für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde, erhält man in der Bezugsphase des Kindergeldes 185 € Zulage.
  • Für das Kind, das 2008 oder später geboren wurde, erhält man in der Bezugsphase des Kindergeldes 300 € Zulage.

Die Zulagen fließen direkt in den Vertrag und verringern den eigenen Betrag den man leisten muss, um auf die 4% seines Vorjahresbruttoeinkommens zukommen. Falls der Eigenanteil rechnerisch unter die 60 € fällt muss man trotzdem 60 € einzahlen.


Steuerrückerstattung

Hier befindet sich ein häufig gemachter Fehler. Ja man erhält für den Eigenanteil Steuern zurück. Rechnerisch wird dabei die Zulage als Steuerrückerstattung mit eingerechnet.
Nehmen wir an ich habe inklusive Grundzulage 400 Euro eingezahlt. Dann erhalte ich die Steuern für diese 400 Euro abzüglich der Grundzulage von 175 € Euro zurück.

Wenn ich also vor Abzug der Grundzulage weniger erhalten hätte, schenkt mir der Staat die Differenz. Hätte ich mehr zurückbekommen, finanziert der Staat die Grundzulage über meine Einkommenssteuer. Und gibt mir die Differenz zur Zulage zurück.

Aus steuerlicher Perspektive lässt sich die Situation so beschreiben:

  • Ich zahle immer aus meinen Bruttolohn in die Riester-Rente ein.
  • Wenn ich auf diesen Teil meines Bruttolohns weniger als meine gesamten Zulagen Steuern gezahlt hätte, schenkt mir der Staat das Geld und zahlt es mit in den Vertrag ein.
  • Wenn ich auf diesen Teil meines Bruttolohns mehr als meine Gesamtzulage Steuern bezahlt hätte, zwingt mich der Staat die Gesamtzulage in den Vertrag einzuzahlen. Was übrig bleibt von meinen Steuern, darf ich behalten. (vorerst)

Beitragsgarantie

Auch wenn die Beitragsgarantie möglicherweise gewünscht ist, so stellt sie oft für fondsbasierte Ansätze ein Hinkebein dar. Da die Beitragsgarantie bei Riester-Verträgen immer gilt. stellt sich mindestens bei fondsbasierten Versicherungen folgendes Problem: Es wird nie der gesamte Sparanteil des Beitrags in die gewünschten Fonds gesteckt -vmtl. ETFs – sondern es wird Richtung Rentenphase mehr und mehr in sichere Anlagen umgeschichtet. Und das passiert eher früher als später, weil die Versicherung verständlicherweise kein Risiko eingehen möchte. Das heißt letztlich, dass die Renditen sinken und die laufenden Kosten steigen.


Rentenphase

In der Bezugsphase wird die Riester-Rente mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. ( Steuerstundungseffekt )
Zudem hat man zu Beginn der Auszahlphase das Kapitalwahlrecht auf 30 % der angesparten Gesamtsumme.


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