Die klassische Rentenversicherung zeichnet sich dadurch aus, dass in ihnen die Garantieverzinsung am Anfang des Vertrages festeht und damit auch die zu erwartende Mindestrente. Es funktioniert in der Ansparphase grundsätzliche wie kapitalbildende Lebensversicherungen. In welchem Rahmen die klassische Rentenversicherung eingebettet ist, z.B. Riesterrente oder BAv , ist zweitrangig, da das zugrunde liegende Produkt gleich ist. Je nach Rahmenprodukt ändern sich möglicherweise die Kosten bzw. einzelne Konditionen, allerdings um eine grundsätzliche Betrachtung der Klassischen Rentenversicherungen.

Man muss für die Rentenversicherungen grundsätzlich zwei verschiedene Phasen unterscheiden:

  • Ansparphase
  • Rentenphase

Auf beide Phase wird hier gesondert eingangen, weil diese sich stark im Verhalten und den Zielsetzungen unterscheiden.


Ansparphase

In der Ansparphase beeinflussen 4 Faktoren die Summe des letzlich angesparten Kapitals bei Renteneintritt:

  • Der Garantiezins
  • Die Abschlussgebühren und laufenden Kosten der Versicherung
  • die Überschussbeteiligung

Der Garantizins – das Sorgenkind

In der nachfolgenden Tabelle sieht man die Entwicklung des gesetzlichen Höchstzineses für den Garantiezins

Ab 1986Ab 1994 Ab 2000Ab 2004 Ab 2007Ab 2012Ab 2015Ab 2017
3,5 %4%3,25 %2,75 %2,25 %1,75 %1,25 %0,9 %

Was man gut erkennt, ist, dass neuere Verträge hier das Nachsehen haben. Der derzeitig (2019) vorgeschriebene maximale Garantiezins für Neuverträge ist 0.9 %. Laut der der einer Studie von Assekurata vom 2019 bieten allerdings nur noch 30 von 54 Studienteilnehmern überhaupt eine Police mit dieser maximalen Garantieverzinsung an. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es sich nicht um eine Verzinsung der Beiträge handelt, sondern des Sparkapitals nach Abzug aller Gebühren.


Abschlusskosten und laufende Kosten

Nach dem Lebensversicherungsreformgesetz Artikel 4 (2a) von 2015 ist der Höchstsatz für die Abschlusskosten auf 2,5% von zuvor 4% der gesamten Beitragssumme in der Ansparphase gesenkt worden.

Zudem lagen laut dem Branchenkenner Map Report die laufenden Kosten in den letzten Jahre bei circa 2% im Jahr.

Laut Assekurata senken die durchschmittlichen Kosten den Garantiezins auf den Sparanteil auf eine Rentitezinsatz auf den Beitragsteil von 0,14%


Überschussbeteiligung

Anders als bei der fondsbasierten Rentenversicherung gilt bei der klassischen Rentenversicherung das Überschussprinzip. Wärhend die Garantieverzinsung aussagt, was die Versicherung zahlen muss, beteiligt die Versicherung den Versicherten an den laufenden Gewinnen aus den Anlagen und Investments. Die Summe aus Überschussbeteiligung und Garantiezins ergeben letztlich die laufende Verzinsung. Zudem kommt am Ende des Vertrages noch ein Schlussüberschuss durch eine Beiteiligung an den Bewertungsreserven hinzu. Ein einmal garantierte Überschlussbeteiligung für eine abgeschlossenenes Jahr kann dabei nicht mehr zurückgezogen werden. Dennoch kann es grundsätzlich sein, dass der Versicherer gar keine Überschlussbeteiligung für ein Jahr auszahlt.

Insgesamt liegt die laufende Verzinsung auf den Sparanteil laut Assekurata 2019 im Marktdurchschnitt bei etwa 2,5%

Fazit: Ansparphase

Durch die hohen Kosten der klassischen Rentenversicherung ist diese kaum für den Kapitalaufbau attraktiv. Insgesamt verschlingen Kosten die Kosten einen Großteil der Rendite wieder. Insgesamt kann es Sinn machen eine Riesterrentenversicherung oder BAV abzuschließen, sofern die Zuzahlungen seitens des Arbeitgebers im Falle der BAV oder des Staates bei der Riesterrente hoch sind. Hier sollte man aber selbst durchrechnen, ob sich dies lohnt.


Die Auzahlungsphase

Bei der klassischen Rentenversicherung werden vorher wird vorher die garantierte Monatsrente sowie die mögliche Monatsrente festgelegt. Das einzige was letztlich entscheidend für die letzliche Rentenzahlung ist sind:

  • die anhand der Sterbetafeln erwartete Bezugsdauer des Versicherten

Sterbetafeln

Das kann man relativ leicht selbst ausrechnen. Zum Beispiel rechnet man das garantierte Kapital zum Renteneintritt teilt das ganz durch die garantierte monatliche Rente. Dann hat man die Zahl der Monate die man bräuchte, um das Kapital zu entnehmen, wenn man es auf dem Konto liegen hätte. Zur Vereinfachung ignorieren wird hier die Verzinsung in der Bezugsphase. Teilen wir das ganze noch einmal durch 12 haben wir die Jahre, die wir die Rente beziehen müssten, um überhaupt Gewinn zu machen mit der Verrentung. Andernfalls wäre das Kapital auf dem Konto besser aufgehoben ^^. Hier kommt man in der Regel auf Werte um die 30 Jahre. Das heißt für uns in der Regel, dass wir bei der Rente insgesamt knapp 100 Jahre werden müssten um überhaupt einen Gewinn zu machen.


Fazit: Bezugsphase

Im Prinzip ist die Verrentung von Kapital eine Langlebigkeitsversicherung. Lebe ich länger als die Versicherung glaubt, gewinne ich. Andernfalls gewinnt die Versicherung.


Gesamtfazit

Weder ist eine klassische Rentenversicherung gut dazu geeignet Kapital aufzubauen, noch gut dazu geeignet, sein angespartes Kapital zu verwerten. Wenn man nicht davon ausgeht 40 Jahre Rente zu beziehen.
Man sollte immer dabei berücksichtigen, dass es trotzdem sinnvoll sein kann, sofern die Förderung seitens des Staates hoch genug ist, eine Riesterrente oder BAV abzuschließen. Hat man noch einen älteren Vertrag, kann die Rechnung besser aussehen, da die Garantieverzinsung höher ausfällt. Auch hier solle man aber rechnen. Es lohnt sich allgmein eine Honararberatung in Anspruch zu nehmen. Diese haben nicht nur keine Abschlusskosten, da diese durch das Honrar beglichen wird, sondern oft sich auch die laufenden Kosten geringer. Zudem dürfen Honorarberater keine Provision von der Versicherung erhalten. Demgemäß ist Neutralität hier zumindest anzunehmen.

Als Alternative fallen auch hier private Kapitalanlagen ins Auge. In diese kann man zwar nur nach Steuern investieren (mit Ausnahme von VL-Sparen), aber die Rendite liegt im globalen Marktdurchschnitt bei grob 7% in den letzten Jahrzehnten, bei sehr geringen laufenden Kosten (0,2-04%) und kostenlosen oder geringen Anschaffungsgebühren. Selbst mit den Kosten einer Sofortrente oder einem Entnahmeplan, stünde man am Ende deutlich besser da, als mit den geringen Beitragsrenditen der klassischen Rentenversicherung. In dem Beitrag zur fondsbasierten Lebensversicherung fällt das Urteil ähnlich oder noch schlechter aus.


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