Die fondsbasierte Rentenversicherung zeichnet sich dadurch aus, dass auf verschiedene Möglichekeiten ein garantierter Rentenfaktor zu Beginn der Versicherung festgelegt wird. Dieser Rentenfaktor besagt, wieviel monatliche Rente man in der Bezugsphase pro 10.000€ angesparten Vertragsvermögens erhält. Es gibt hier in der Regel keine Garantieverzinsung. In welchem Rahmen die fondsbasierte Rentenversicherung eingebettet ist, z.B. Riesterrente oder BAv , ist zweitrangig, da das zugrunde liegende Produkt gleich ist. Je nach Rahmenprodukt ändern sich möglicherweise die Kosten bzw. einzelne Konditionen, allerdings um eine grundsätzliche Betrachtung der fondsbasierten Rentenversicherungen.

Man muss für die Rentenversicherungen grundsätzlich zwei verschiedene Phasen unterscheiden:

  • Ansparphase
  • Rentenphase

Auf beide Phase wird hier gesondert eingangen, weil diese sich stark im Verhalten und den Zielsetzungen unterscheiden.


Ansparphase

In der Ansparphase beeinflussen 3 Faktoren die Summe des letzlich angesparten Kapitals bei Renteneintritt:

  • Die Umschichtung
  • Die Abschlussgebühren und laufenden Kosten der Versicherung und der Anlagen
  • Die Rendite der Anlagen

Der Umschichtung

Je nachdem, ob zum Beispiel Beitragsgarantie gilt wie bei der Riesterversicherung oder nicht, müssen die Versicherung Teile des Kapitals in sichere Anlagen investieren. Zudem steigt dieser Anteil mit zeitlicher Nähe zur Bezugsphase. Dementsprechend sinken dann auch die möglichen Renditen. Anders formuliert: Dadurch, dass die Beitragsgarantie bei diesen Produkten dann trotzdem gilt, muss der Versicherer das Geld in sichere Anlagen umschichten. Und zwar stärker, je näher man der Auszahlungsphase kommt, damit die Beitragsgarantie gelten kann.


Abschlussgebühren und laufende Kosten

Nach dem Lebensversicherungsreformgesetz Artikel 4 (2a) von 2015 ist der Höchstsatz für die Abschlusskosten auf 2,5% von zuvor 4% der gesamten Beitragssumme in der Ansparphase gesenkt worden.

Wie bei der klassischen Rentenversicherung kann man hier noch einmal von von durchschnittlich 2% Verwaltungskosten ausgehen.

Was bei der fondsgebundenen Rentenversicherung aber noch einmal speziell dazukommt, sind die Kapitalanlagekosten:
Bei gewöhnlichen Aktienfonds liegen die Kosten – bei fonds durch die TER angegeben – im Schnitt bei ca. 1,5 % im Jahr. zusätzlich kommen noch Transaktionskosten (vor allem auch beim Umschichten), der Ausgabeaufschlag (Kosten des Fonds beim Kauf) und möglicherweise noch eine Performancegebühr für den Fondsmanager dazu.


Rendite der Anlagen

Hier kann man keinen Durchschnittsvergleich machen, da die Rednite stark von den Fonds abhängt. Die Frage ist hier aber, wieviel Wachstum die Fonds haben müssten, damit sich mein Vermögen nach Abzug der Versicherungs- und Fondskosten überhaupt vermehrt. Hier sieht es noch schlechter als bei der klassischen Rentenversicherung aus. Man kann davon ausgehen, dass man hier allein schon ~4-5% Rendite bei den Fonds erreichen muss, damit das Kapital überhaupt wächst.

Fazit: Ansparphase

Durch die im Vergleich zur klassischen Rentenversicherung noch höheren Kosten, ist diese praktisch immer ungeeignet für den Kapitalaufbau. Insgesamt verschlingen die Kosten vermutlich die gesamte Rendite. Dazu muss man auch sagen, dass die meisten Fonds unter dem Wachstum des Marktdurchschnitts liegen. Insgesamt kann es nur in absoluten Ausnahmefällen mit ausschließlich günstigen Fonds (ETFs) Sinn machen, sich für eine solche Rentenversicherung zu entscheiden.


Die Auzahlungsphase

Bei der fondsbasierten Rentenversicherung wird die monatliche Rente über den Rentenfaktor der Verischerung bestimmt, wobei in Regel ein garantierter Rentenfaktor am Versicherungsbeginn festgelegt wird. Das ist der monatliche Betrag, denn man pro 10.000 € Vertragsvermögen erhält.

  • der anhand der Sterbetafeln ermittelte Rentenfaktor

Sterbetafeln

Bei Habe ich zum Beispiel 100.000 € Vertragsvermögen angespart bei einem Rentenfaktor von 28 € zum Renteneintritt, erhalte ich 280 € Rente im Monat. Das entspricht umgerechnet ungefähr einer Bezugsdauer von knapp 30 Jahren, in denen ich das Geld aufgebraucht hätte, wenn ich zu Beginn 100.000 € gehabt hätte. Das ist letzlich die Kalkulation der Versicherung. Beziehe ich länger als 30 Jahre Rente habe ich wenigstens das angesparte Kapital wieder drin.


Fazit: Bezugsphase

Im Prinzip ist die Verrentung von Kapital eine Langlebigkeitsversicherung. Lebe ich länger als die Versicherung glaubt, gewinne ich. Andernfalls gewinnt die Versicherung.


Gesamtfazit

Die fondsgebundene Lebensversicherung ergibt eigentlich ausschließlich in Ausnahmefällen überhaupt Sinn. Nur dann, wenn die Anlagen sehr gering sind und zudem keine Umschichtung erfolgen muss und oder die Ansparphase sehr lang ist, sowie die Kosten der Versicherung gering sind, kann es sich lohnen. Auch hier sollte man im Rahmen einer Riesterrente oder BAV genau nachrechnen. Wenn die Beitragsgarantie gilt frisst die Umschichtung einen Teil der möglichen Rendite wieder auf. Auch hier wird die fondsgebundene Rentenversicherung erst durch hohe Zuzahlungen attraktiv. Aber dennoch müssen noch weitere Faktoren stimmen.

Als Alternative fallen hier definitiv private Kapitalanlagen ins Auge. Denn man kann sich den teuren Mittelsmann im Sinne eines Versicherers hier definitiv sparen. Zudem kann man sich günstige börsennotierte Index-Fonds (ETFs) wählen, wobei die Rendite im globalen Marktdurchschnitt bei grob 7% in den letzten Jahrzehnten bei gleichzeitig sehr geringen laufenden Kosten (0,2-04%) und kostenlosen oder geringen Anschaffungsgebühren liegt. Ob man dann eine Dividendenstrategie, einen Entnahmeplan oder eine Sofortrente wählt oder eine Kombination davon, kann man dann immer noch entscheiden.


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