So: Die Frage steht im Raum: Was mache ich jetzt.

Erst einmal: Durchatmen. Die wesentlichen Effekte, die bei der Kapitalbildung die wichtigste Rolle spielen, sind bekannt:

Das heißt, wir haben jedes Jahr das brutto plus, die Kapitalrendite (vor steuern) und das netto minus die Inflation nach Steuern. Wir müssen letztlich brutto mehr Rendite einfahren als wir netto verlieren. Grundsätzlich geht es darum …

  • den Zinseszinseffekt zu maximieren: Das geht über die Dauer der Anlage! Wichtig ist hier auch die Reinvestition von Zinsen und/oder Dividenden.
  • die Steuermeidung zu maximieren: das geht über den Sparerpauschbetrag!
  • die Steuerstundung zu maximieren: Das geht über Aktien oder staatich geförderte Altersvorsorge. Die Einzahlung erfolgt ungefördert ohnehin über das Nettogehalt. Dieser Beitrag wird aber unwichtiger je länger die Anlage und je höher die Rendite ist.
  • die Kapitalrendite nach Kosten zu maximieren: Kosten minimiere ich, indem ich Versicherungen meide. Ansonsten gelten aufgrund der Dauer eher die Durchschnittswerte. Im besten Fall halte ich z.B. eine Aktie 45 Jahre bis zur Rente.So maximiert man im Falle der Aktie auch die Steuerstundung.
  • die Inflation sollte man zwar im Auge behalten, aber daran kann man als Einzelner nichts ändern. Wir haben derzeit (2019) eine Inflation von circa 1,5-2%. Hier gilt der Zinseszinseffekt im negativen SInne! Die Marke muss man mit der Kapitalrendite schaffen, damit man nicht Wert verliert.
  • das Risiko zu minimieren: Das geht über Diversifikation!

Warum ETFs für den Kleinanleger?

Index-ETFs bilden in relevanter Hinsicht den anhand ihres Marktwerts gewichteten Durchschnitts der Wertsteigerung ihres Index ab. Im Fall des MSCI World sind dass die 1,636 Unternehmen mit dem größten Börsenwert aus den entwickelten Ländern. Und genau dieser Index schneidet meistens besser ab, als Aktienfonds und private Aktiendepots. Die durchschnittliche Rendite des MSCI World Index aus den letzten Jahrzehnten bewegt sich so zwischen 6% und 7%. Gehen wir abzüglich der Kosten mal von 6% aus. Diese Marke wird die Inflation unter normalen Umständen nicht schlagen.

ETfs profitieren insgesamt nur von der Steuermeidung und nicht von der Steuerstundung über den Sparerpauschbetrag, den man ausnutzen sollte. Der Punkt ist hier eher, diese Bruttorendite muss man erstmal schaffen. Das lässt sich nur in der Kategorie Aktien/Fonds/ETFs bei gleichzeitig überschaubaren Kosten (praktisch nichts) erreichen. Immobilien habe im Kontrast dazu nicht überschaubare Folgekosten, können im Wert aber vergleichbar steigen. Durchschnittlich tun sie dies nicht.

Investition vs Spekulation: Ausstiegsszenario

Sowohl bei der Spekulation als auch bei der Investition behauptet man das der Kurs steigen wird. Der bedeutende Unterschied ist hier aber, dass der Investierende behauptet, dass der Kurs langfristig mit der Wertsteigerung der Geschäftstätigkeit wachsen wird. Der Spekulant behauptet, dass der Kurs steigen wird. Wenn man auf den Kurswert spekuliert, braucht man ein Ausstiegsszenario und Erfahrung! Das Ausstiegsszenario definiert man vor der Spekulation, damit man genau weiß und festlegt, wann man die Behauptung über den Kurswert als falsch erachtet. Als Investierender muss man sich nach Jahren fragen, ob man bei dem Verlauf der Entwicklung eines Unternehmens richtig gelegen hat.