Die grundsätzliche Idee ist die der finanziellen Freiheit. Das heißt im Alter genug Einkommen ohne Erwerbsfähigkeit zu haben, um wenigstens auf ähnlichem Niveau leben zu können wie zur Zeit der Erwerbstätigkeit. Oder sogar darüber hinaus zu gehen.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten sowie Mischformen, um sich ein Einkommen aus reinem Privatvermögen aufzubauen. Diese zwei Möglichkeiten sind:

  • Entnahmeplan mit Kapitalverzehr
  • Renditeplan mit ausschüttenden Zinsen, Dividenden und Mieten.

Da ein Entnahmeplan mit Kapitalverzehr eigentlich immer möglich ist, es aber in der Regel wünschenswert ist, sein Kapital nicht zu verbrauchen, wäre hier eher die Frage, wie man mindestens teilweise ein Portfolio mit Ausschüttungen aufbaut, sodass der Kapitalverzehr vermindert oder vermieden wird. Denn bei einer Mischung steigt der Kapitalverzehr mit der Zeit, weil die Ausschüttungen wegen des schwindenden Kapitals sinken.

Renditeplan

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, zu einem Renditeplan zu kommen, der zumindest teilweise das monatlich nötige Geld abdeckt. Die grundsätzlichen Möglichkeiten sind:

  • Dividenden aus Aktien
  • Zinsen aus Anleihen
  • (Mieten aus Immobilien als Kapitalanlage)

Dividenden

Realistisch gesehen, kann man bei der derzeitigen Marktlage in die großen Unternehmen investieren und auf eine durchschnittliche Dividenden-Quote zwischen 2%-3% kommen. Um auf 10.000 Euro im Jahr zu kommen bräuchte man da 330.000 Euro (bei 3% Ausschüttungsquote) – 500.000 Euro (bei 2% Ausschüttungsquote). Ausschließlich in Dividendenaktien zu investieren ist nicht sinnvoll, weil es Wachstumsmärkte gibt, die man nicht komplett aussparen sollte, die aber keine Dividenden ausschütten. Mit dem MSCI World hat man circa eine Dividendenrendite von 1% falls man einen ausschüttenden ETF wählt. Da wären dann für 10.000 Euro im Jahr tatsächlich eine Millionen nötig. Man könnte evtl einen Dividenden-ETF beimischen, um hier auf eine höhere Quote von circa 2% zu kommen.

Zinsen

Da Tagesgeldkonten etc eigentlich immer zu geringe Zinsen abwerfen, wären hier Anleihen interessant. Im Moment sind die sicheren Anleihen, vornehmlich Staatsanleihen, sehr niedrig unter 1% verzinst. Das hat etwas mit der Niedrigzinsphase zu tun. Sobald diese wieder steigen könnten Anleihen attraktiver sein. Es ist aber im jeden Fall sinnvoll seine Anlageklassenverteilung so zu wählen, dass man zumindest teilweise das Geld in (Staats-)Anleihen anlegt.

Mieten

Bei nicht bewohnten Immobilien könnten natürlich auch die Mieten (der Mietzins) ein Einkommen sichern. Das hängt aber von der Immobilie ab.

Umschichten im Alter

Im Allgemeinen kann es sinnvoll sein, wie die Versicherungsgesellschaften zu handeln, wenn es Richtung Rente geht. Nämlich: einen größer werdenden Anteil Vermögens in Anleihen zu festen Zinsen umzuschichten. Damit kann man das Risiko minieren, dass Geld in einem Börsencrash fehlt, auf das man angewiesen ist. Das ist in einer Erwerbstätigkeit nicht so wichtig, weil man diesen Crash einfach aussitzen kann. Wenn aber dieses Geld das Einkommen sichern soll, kann es vielleicht sein, dass man Minderungen in den Einnahmen hier für 2 Jahre dann nicht verkraftet. Das hängt vom Einzelfall und von der Risikobereitschaft ab. Grundsätzlich kämen auch Rentenfonds in Betracht, wobei man hier genau die Kosten und Anlagestrategie das Managers überprüfen sollte. In der Regel sollte man von aktiven Fonds die Finger lassen.

Nicht nur in Deutschland investieren!

Das gilt zwar grundsätzlich, aber hier im besondern Maße: Über die Rente und/oder etwaige andere Formen der staatlichen oder staatlich geförderten Renten ist man wahrscheinlich schon zu einem großen Teil ausschließlich in Deutschland investiert. Das Privatvermögen dann auch noch hauptsächlich in Deutschland zu investieren, wäre im Sinne einer Absicherung vor Crashs etc. nicht sinnvoll. Mehr Sicherheit erhält man hier durch Streuung über Branchn, Länder und auch Anlageklassen hinweg.