ETF bedeutet zunächst einmal schlicht Exchange Traded Fund, d.h. börsengehandelter Fonds. Da im Grunde beinahe immer von ETFs im Sinne das passiven Investierens gesprochen wird, sprechen wir hier immer von Aktien-ETFs, die einen Aktien-Index nachbilden. Grundätzlich finden sich aber auch ETFs auf andere Anlageklassen wie z.B. Immobilien.

Was ist nun der Unterschied zu normalen Fonds? Normalerweise werden Fonds über die jeweilige Kapitalanlagegesellschaft (KAG) erworben und haben einen festen Preis, der täglich bestimmt wird. Dieser Preis ist gleichzeitig die Investitionssumme beim Kauf. Ich erwerbe für diese Investitionssumme meinen Anteil an den Fondsinvestitionen. Im Falle eines ETFs werden diese über die Börse gehandelt. Der Preis setzt sich nach dem jeweiligen Zusammensetzung des ETFs zusammen.


Der ETF-Kurs

Der Wert wird wie bei Aktienkursen ständig zu den Öffnungszeiten der Börse ermittelt und schwankt auch innerhalb eines Tages. Das heißt auch: Die Kosten sind erst einmal nur die Börsengebühren wie beim Kauf der Aktie. Da diese Fonds nicht aktiv gemanagt werden, fallen Performangebühren, Ausgabeaufschläge und sonstige Kosten weg. Das einzige, was bleibt sind die jährlichen Fondskosten. Und diese sind bei ETFs viel geringer und liegen im Bereich von 0,2%-0,5%. Das macht sie auf der Kostenseite so attraktiv!


ETF-Kosten während der Haltung

Der Fonds verursacht natürlich Kosten für denjenigen der den Fonds auflegen. Und hier brillieren ETFs. Im Kontrast zu einem klassischen Fonds, bei dem die Kosten bei 1,5% anfangen haben Index-ETFs nur einen Bruchteil der Kosten. Oft liegt die Ter zwischen 0,2 und 0,6% per anno. Das heißt gleichzeitig auch, dass ein klassischer Fonds vor Kosten deutlich besser performen muss, um auf dieselbe Rendite zu kommen! Dies ist im Übrigen auch einer der Gründe (neben schlechter Aktienwahl oder Verkaufsdruck), warum aktiv gemanagte Fonds zum größten Teil schlechter performen als die breiteren Index-ETFs.

Kosten des ISHARES CORE MSCI WORLD ETF

Die Kosten werden mit dem Begriff der laufenden Kosten benamt. Die zuvor verwendete Kennzahl Total Expanse Ratio (TER) enthielt nicht ALLE Kosten.


Index-ETFs

Da die Investitionen bei ETFs automatisch d.h. passiv erfolgt, brauchen ETFs eine automatsierte Vorschrift nach der sie Investieren. Die beliebteste Form ist der Index-ETF. Ich werde mich hier auch auf diese beschränken.

Nehmen wir an wir haben einen Index-ETF auf den DAX. Der Dax besteht aus den 30 Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung. Dieser ETF investiert jetzt anteilig in alle 30 Unternehmen anhand Ihrer Gewichtung im Index. Nehmen wir die addierte Marktkapitalisierung aller Unternehmen in diesem Index ist 400 Mrd. Euro. Das Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung ist SAP mit 100 Mrd. Euro. SAP hat also ein Gewicht von 25% im DAX. Wenn man jetzt diesen ETF für 100 Euro kauft, investiert der ETF 25 Euro von diesen 100 Euro in SAP Aktien. Dieses anteilige Investieren gilt auch für alle anderen 29 Unternehmen im Dax. Im Endeffekt hat man einen 100 Euro “Spiegel” des Dax gekauft. Das heißt der ETF entwickelt sich (näherungsweise, weil der Dax selbst ja komplett ohne Kosten berechnet wird) genauso wie der Dax.
Das heißt

  • man investiert diversifiziert in verschiedene Aktien und Branchen
  • man gewichtet anhand des derzeitigen Werts in der Vergleichsgruppe

MSCI WORLD Index

Der beliebteste Index auf weltweite Aktien ist der MSCI World. Es ist ein Welt-Index, gleichwohl der Großteil der in ihm enthaltenen Aktien aus den USA kommen. Das hat einfach damit zu tun, das die Amerikaner die größte Börsenkultur der Welt haben und zudem die stärksten Unternehmen der Welt in der Regel ihren Sitz in den USA haben. Insgesamt umfasst dieser Index 1,636 Aktien aus 31 entwickelten Ländern. Deutschland hat etwa einen Anteil von 5% in diesem Index. Wir haben also eine sehr starke Diversifikation. Das ist auch gleichzeitig der beste Index, in dem man investieren kann, wenn man gleichzeitig das Risiko minimieren möchte. Der durchschnittliche Kursgewinn liegt etwa bei 6-7% in den letzten Jahrzehnten. In der Finanzkrise 2008 ist der Index auch um 40%. 3 Jahre später war er relativ dazu aber wieder in der Gewinnzone.

Als Beimischung in einem breiten Portfolio wird gerne noch der Index Emerging Markets empfohlen. Dieser enthält knapp 850 Aktien aus 24 Schwellenländern. Dieser wird von China dominiert.

Eine Depotaiufteilung von 70%-75% MSCI World und 25% – 30% MSCI Emerging Markets ist hier sinnvoll, um die Diversifikation noch zu erhöhen und sich an den aufstrebenden Schwellenländern zu beteiligen.