Die Anleihe (auch Rentenpapier und festverzinsliches Wertpapier genannt) ist neben der Aktie die wichtigste an der Börse gehandelte Anlageklasse. Gemessen am Volumen ist der Anleihenmarkt sogar größer als der Aktienmarkt.


Der Zins-Kupon und der Nennwert

Im Prinzip funktioniert die Anleihe wie ein gestückelter Kredit. Der Zins-Kupon ist die Zinszahlung die im Verhältnis zum Nennwert gezahlte Zins der je nach Zinsperiode gezahlt wird. Dieser Nennwert wird nach Ablauf der Anleihe an den Anleihe-Eigner zurückgezahlt. Der Zinskupon und der Nennwert sind im Kontrast zum Anleihenkurs zur Laufzeit der Anleihe fest


Der Anleihen-Kurs

Der Anleihen Kurs wird in Prozent statt in Euro angegeben. Da sich verschiedene Beträge investieren lassen. Die Prozent geben das Verhältnis zum Nennwert an. Die Gesamtrendite einer Anleihe ergibt sich aus der Differenz von Kaufkurs und Verkaufkurs plus der Zinsen. Die Kursdifferenz ist hier in der Regel nicht so endscheidend. Wichtig zu verstehen, ist, woran sich Angebot und Nachfrage letztlich orientieren.


Marktzins und Bonität

Zum einen ist die Bonität des Schuldners entscheidend. Ändert sich diese sinkt die Anleihe im Wert, weil bei der Kuponfestlegung von einer höheren Bonität ausgegangen worden ist. Z.B. erhält man bei sehr hoher Bonität, z.B. deutschen Staatsanleihen, derzeit nur 0,5%. Wenn Unternehmen oder Staaten eine gute Bonität haben, könnten sie sich auch leicht z.B. bei einer Bank Geld leihen. Bei einem niedrigen Leitzins wäre der Zins sehr gering. Deshalb sind die Renditen der Anleihen auch sehr gering. Bei niedrigerer Bonität (sogenannte Ramschanleihen) kommt man auch auf 8% Rendite.

Wie der Marktzins auf die Anleihe wirkt ist am schwierigsten zu verstehen. Allgemein funktioniert das so: Sinkt der Marktzins, sinkt auch die Rendite der Anleihe. Da der Zinskupon nicht sinken kann, steigt der Anleihenwert. Bei steigendem Marktzins passiert genau das Umgekehrte. D.h

Diese Effekte passieren nicht durch die Börse sondern durch Angebot und Nachfrage. Insgesamt passiert folgendes:

  • Der Anleihenwert steigt bei steigender Bonität und sinkendem Marktzins und senkt effektiv die Rendite.
  • Der Anleihenwert sinkt bei sinkender Bonität und steigendem Marktzins und steigert effektiv die Rendite, sofern es nicht zu einem Zahlungsausfall kommt.

Das Rating

Bei der Bewertung von Anleihen spielt das Rating des Schuldners eine hohe Rolle. Allgemein gilt alles, was unter einem A-Rating fällt, als Ramschanleihe. Zur sicheren Anlage z.B. in der Rentenphase oder als Beimischung zur Sicherung eines Depots eignen sich eigentlich am ehesten Anleihen mit AAA Rating.


Renditeaussichten

Da sich die Rendite von Anleihen im Wesentlichen am Marktzins und an der Bonität festmachen. Unter nur eine hohe Bonität zur Sicherung eines Vermögens in Frage kommen, eignen sich Anleihen eher nicht um Vermögen zu steigern. Aber sie eignen sich gut, um Geld gegen die Inflation abzusichern. Hier sollte man aber berücksichtigen, dass ein sinkender Marktzins in der Regel zu steigender Inflation führt. Zu einem Zinseszinseffekt kommt es im Übrigen nur, wenn man die Ausschüttungen wieder reinvestiert


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